Landesentwicklungsplan:

Stadtverwaltung fordert mehr Schutz der Bevölkerung vor nächtlichem Fluglärm

Kürzlich endete die Abgabefrist für Stellungnahmen zur geplanten 3. Änderung des Landesentwicklungsplans Hessen 2000. Auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat eine solche Stellungnahme abgegeben.

Da der Landesentwicklungsplan (LEP) auch umfangreiche Aussagen zur Funktion
und Bedeutung des Frankfurter Flughafens und des resultierenden
Fluglärms enthält, wurde in der Stellungnahme von städtischer Seite
aus hier ein Schwerpunkt gesetzt.

So wurde die geplante Verankerung der Lärmobergrenze im LEP sowie die
Aufstellung eines entsprechenden Lärmminimierungsplanes alle 5 Jahre
seitens der Stadt Darmstadt in der Stellungnahme ausdrücklich begrüßt.
Seit dem Jahr 2016 wird hierbei auf Initiative des Hessischen
Wirtschaftsministeriums an einen Konzept zur Einführung einer solchen
Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt gearbeitet, welche die
Lärmauswirkungen des Flughafens unterhalb der Prognosen für den
Endausbau mit 701.000 Flugbewegungen begrenzen soll.

„Wir sind überzeugt, dass die infrastrukturelle Bedeutung des
Flughafens Frankfurt für die Entwicklung der Metropolregion Frankfurt
Rhein-Main, stärker als bisher mit der Berücksichtigung der Belastung
der Bürgerinnen und Bürger und der Städte und Kommunen in eine Balance
gebracht werden muss. Zu der Herausstellung der wirtschaftlichen
Bedeutung des Flughafens im LEP wurde daher kritisch angemerkt, dass
sich hierdurch der Schutz der Bevölkerung vor nächtlichem Fluglärm nicht
verschlechtern darf“, erläutert dazu Umweltdezernentin Barbara Akdeniz
und führt weiter aus: „Nicht zuletzt die NORAH-Studie hat gezeigt, wie
wichtig der Schutz der Bevölkerung vor nächtlichem Fluglärm ist. Das
Schutzniveau darf auf keinen Fall abgesenkt werden, sondern muss im
Gegenteil weiter erhöht werden, beispielsweise durch eine Ausweitung des
Nachtflugverbotes auf die Zeit von 22.00 bis 06.00 Uhr.“

Auch der vor einigen Tagen erschienene Fluglärmbericht 2017 des
Umweltbundesamtes hatte die Bedeutung einer solchen erweiterten
Nachtruhe nochmals herausgestellt.

„Vor dem Hintergrund des zunehmenden Anteils von
Billigfluggesellschaften am Frankfurter Flughafen muss die Frage nach
dem Interessenausgleich zwischen den Belangen der Luftfahrtindustrie und
dem Schutz der stark belasteten Bürgerinnen und Bürger im Umfeld des
Flughafens ständig neu gestellt werden. Der Schutz der Bevölkerung muss
hierbei Vorrang haben“, schließt Akdeniz ab.

Nach der Sichtung der eingegangenen Stellungnahmen durch das für den
LEP zuständige Hessische Wirtschaftsministerium, ist vorgesehen, dass
die Landesregierung über die Ergebnisse der Beteiligung noch 2017
entscheiden wird.

Dienstag, 26. September 2017, 22:02 Uhr

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