Rundgang über ehemaliges Kasernengelände

 

Am heutigen Mittwoch, 15. Mai 2019, hat Oberbürgermeister Jochen Partsch gemeinsam mit dem Leiter des Stadtplanungsamts, Jochen Krehbiehl, dem Geschäftsführer der BVD New Living, Armin Niedenthal, und dem Geschäftsführer der HEAG mobilo GmbH, Matthias Kalbfuss, bei einem Presserundgang über das ehemalige Kasernengelände Cambrai-Fritsch die Planungen des neuen Stadtteils „Ludwigshöhviertel“ vorgestellt.

„Die Übernahme des Areals durch die mit der Entwicklung des neuen Stadtteils beauftragte bauverein-Tochter bvd New Living in diesem Monat wollen wir als Anlass nehmen, einen Einblick in den momentanen Zustand des Grundstücks wie auch der Gebäude und den aktuellen Planungsstand für das neue Ludwigshöhviertel zu geben.

Bis zum Jahr 2030 wird sich die Einwohnerzahl in der Wissenschaftsstadt Darmstadt voraussichtlich um mindestens 11,1 % erhöhen. Um diese große Herausforderung zu bewältigen, machen wir mit der Entwicklung dieses vielfältigen und familiengerechten Quartiers einen weiteren Schritt, um der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden und ganz unterschiedlichen Nutzergruppen ein modernes Zuhause in unserer Stadt zu bieten,“ sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch beim Rundgang.

Die ehemalige Cambrai-Fritsch-Kaserne und die Jefferson-Siedlung umfassen insgesamt ein Plangebiet von 34 Hektar, auf dem mit dem Ludwigshöhviertel ein sozial gemischtes, familien-, kinder-, jugend-, senioren- und behindertengerechtes Wohnquartier entstehen wird.

Geplant sind 1 400 Wohnungen für ca. 3 100 Menschen. Gemäß der Beschlüsse der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden 25 % des Wohnraums für niedrige sowie 20 % für mittlere Einkommen entwickelt, 10 % des Wohnraums sind für Sonderwohnformen wie Genossenschaften, Bau-, Wohn- oder Seniorengruppen bzw.

betreutes Wohnen vorgesehen. „2014 haben wir mit der Entwicklung der Lincoln-Siedlung begonnen. Aktuell stehen 500 neue Wohnungen vor der Fertigstellung. Die Konversion schreitet damit in Riesenschritten voran. Wir freuen uns, das hier erworbene Know-how nutzen zu können, um in bewährter Partnerschaft mit der Stadt und der HEAG mobilo einen neuen Stadtteil zu entwickeln und dort Wohnraum in großem Stil für Darmstadt zu schaffen“, so Armin Niedenthal, Vorstand der bauverein AG und Geschäftsführer der BVD New Living.

Auf dem aufgrund der Höhendifferenz von 20 Metern für Planer sehr anspruchsvollen Gelände werden bis auf vier denkmalgeschützte Gebäude am zentralen Quartiersplatz alle Bauten abgerissen. Die technische Infrastruktur (Wärmeversorgung, Strom, Wasser, Abwasser) wird ebenso wie die Straßen komplett erneuert. Analog zur Lincoln-Siedlung wird ein modernes nachhaltiges Mobilitätskonzept durchgesetzt, um ein autoarmes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität und bespielbaren öffentlichen Räumen zu schaffen. Dies beinhaltet das Verhindern von Durchgangsverkehr für den motorisierten Individualverkehr, die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3, eine Mobilitätszentrale mit Miet- und Leihangeboten für Fahrräder und PKW sowie ein umfassendes Stellplatz- und Mobilitätsmanagement.

Insgesamt sind 910 Stellplätze für PKW geplant, wobei sich davon 700 auf drei Sammelgaragen verteilen. „Das Ludwigshöhviertel an unser Straßenbahnnetz anzubinden, ist ein echtes Pfund für die Wohn- und Lebensqualität in diesem neuen Quartier und stärkt zudem den ÖPNV in Darmstadt. Die Erfahrung zeigt: Je früher wir die Trasse realisieren können, desto leichter wird für künftige Bewohner das Leben in einem autoarmen Quartier vorstellbar. Auch in dem ökologisch geplanten Quartier K6 in Kranichstein ist das hervorragend gelungen. Da gab es auch zuerst die Trasse, dann den Wohnungsbau. Wenn wir an diese Idee anknüpfen wollen, haben wir einen straffen Zeitplan vor uns, denn wir rechnen unter optimalen Bedingungen vom Grundsatzbeschluss bis zur Realisierung der Straßenbahntrasse rund sechs Jahre," erklärt Matthias Kalbfuss, Geschäftsführer der HEAG mobilo GmbH.

Für die Struktur des Viertels charakteristische Grünflächen und Baumbestände bleiben erhalten und werden in das neue Konzept integriert. 25 000 Quadratmeter Biotop-Flächen sowie weitere Grün-, Frei- und Spielflächen werden unterschiedlichen Nutzergruppen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Mit der Ansiedlung von Einzelhandel (kleinteilige Nahversorgung für den täglichen Bedarf), quartiersbezogenen Dienstleistungen, Gastronomie, kulturellen, sozialen und medizinischen Einrichtungen wird ein breites Versorgungsangebots für Menschen aller Altersgruppen geschaffen.

Mit dem Bau mehrerer Kitas, einer dreizügigen Grundschule, eines Familienzentrums sowie eines Jugendhauses wird das Quartier besonders dem Zuzug junger Familien gerecht. 1938 als „Freiherr v. Fritsch“ und „Cambrai“-Kaserne erbaut wurde das Gelände 1950 vom amerikanischen Militär übernommen. Nach dem Abzug der Amerikaner 2008 präsentierte das Architekturbüro Albert Speer+Partner Ende 2017 den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für das gesamt Areal Cambrai-Fritsch-Kaserne und Jefferson-Siedlung. Im Januar 2019 hat die bvd New Living GmbH & Co. KG das Gelände erworben. Das Ludwigshöhviertel wird in mehreren Bauabschnitten entwickelt, wobei für die einzelnen Baufelder Wettbewerbe oder konkurrierende Verfahren vorgesehen sind..

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Freitag, 24. Mai 2019, 23:34 Uhr

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